Reutlingen · Empfang

Alternativer Start ins neue Jahr

25 Organisationen sind im franz.K zusammengekommen, um den Blick auf ein anderes Reutlingen zu richten.

24.01.2023

Von jen

Üblicherweise lädt die Stadt am Dreikönigstag zum Neujahrsempfang in die Stadthalle ein. Die vergangenen zwei Jahre musste die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie freilich ausfallen. Doch auch dieses Jahr warteten die Reutlinger vergeblich auf eine Einladung: Weil die Stadt knapp bei Kasse ist, soll der Empfang nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Doch für die möglicherweise enttäuschten Bürgerinnen und Bürger bot sich eine Alternative – im wahrsten Sinne des Wortes: Attac Tübingen-Reutlingen hatte am Sonntag zum Alternativen Neujahrsempfang (Anje) ins Kulturzentrum franz.K eingeladen.

Das Motto „Frieden und gutes Leben für alle auf unserem einzigen Planeten“ war laut der Organisatorin Katrin Lütjens bewusst sehr weit gefasst: „Da ist im Grund alles drin, jede Gruppe hat die Möglichkeit, sich zu einem Punkt zu äußern.“ 25 Organisationen und Initiativen waren mit Infoständen vor Ort und befassten sich mit der Frage, inwieweit gutes Leben in Kriegszeiten möglich sein kann.

Es gab hauptsächlich Reden von jungen Leuten: Mitgliedern von Fridays for Future, Rosa (Reutlingen for Organisation, Solidarity and Actions), Fanclub
Kollektives Eigenheim sowie vom Arbeitskreis Asyl. Den ersten
Alternativen Neujahrsempfang gab es im Jahr 2008, aus einem für die Verantwortlichen wichtigen Grund: „Jedes Jahr gab es den Bürgerempfang in der Stadthalle. Wir wollten und wollen den Menschen hier aber zeigen, dass es auch noch ein anderes Reutlingen gibt. Wir wollen die breite Öffentlichkeit ansprechen, wir wollen vernetzen. Wir sind da für Leute, die sich eine andere Alternative vorstellen“, sagt Lütjens.

In den vergangenen Jahren waren es in der Regel zwischen 200 und 300 Menschen, die der Einladung von Attac gefolgt waren – sowohl Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch Besucher. Auch nun waren wieder viele Interessierte ins franz.K gekommen, um sich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsamen um Ideen zu ringen, diesen Planeten gut und für alle lebenswert zu gestalten.

Neben den bereits genannten Initiativen zählten zu den 25 teilnehmenden Organisationen unter anderem auch die Arbeiterwohlfahrt, die Bürgerinitiative Keine Dietwegtrasse, der BUND Reutlingen, der Hilfsverein Drei Musketiere Reutlingen, der Eine-Welt-Verein, der Frauenverband Courage, das Netzwerk Mensch & Natur, Omas gegen rechts, Parents for
Future, Pax Christi oder die Stadtbahninitiative. Wer sich wie beim traditionellen Bürgerempfang über die Entwicklung der Achalmstadt im vergangenen Jahr informieren wollte, war im franz.K eher fehl am Platz. Wer aber dem Ziel von Attac folgt und sich für eine solidarische Gesellschaft und eine friedliche, gerechte Globalisierung einsetzen möchte, der kam am Sonntag auf seine Kosten.

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Erstellt:
24.01.2023, 01:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 16sec
zuletzt aktualisiert: 24.01.2023, 01:00 Uhr

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