Nachhaltigkeit

An den Ladenkassen wird es bunt

Im Handel wird verstärkt auf neue Kassenbons gesetzt, die umweltfreundlicher sind – und blau.

07.04.2021

Von CAROLINE STRANG

Ein bisschen blau: die umweltfreundlicheren Kassenzettel. Foto: Lidl

Stuttgart. Auch wenn Blau als Farbe der Traurigkeit gilt und mancher beim Blick auf den Kassenbon nach dem Einkauf zumindest einen Anflug von Reue verspürt: Die neuen blauen Kassenzettel stehen für ein positives Umdenken. Das Thermopapier ist schon länger in Verruf geraten, nun stellen nach und nach viele der großen Händler auf umweltfreundlicheres Papier um.

Anfang des Monats hat die Schwarz-Gruppe nachgezogen, nachdem unter anderem Alnatura, Edeka und Netto schon seit Herbst auf die neuen Kassenbons setzen. Bei Lidl und Kaufland kommen nun die blauen, langlebigeren Bons aus den Kassen.

In einer Mitteilung wird auf die Vorteile hingewiesen: Das blaue Thermopapier des neuen Kassenbons sei FSC-zertifiziert und stamme aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. „Der Bon wird ohne chemische Farbentwickler hergestellt, ist sonnenlichtbeständig und kann dauerhaft archiviert werden ohne zu verblassen.“

Durch den Verzicht auf Farbentwickler ist er weniger problematisch für die Umwelt und Gesundheit. Um die Schrift auf Kassenzetteln sichtbar zu machen, hatten die Hersteller lange Bisphenol A (BPA) eingesetzt, wird auf der Internet-Plattform Utopia berichtet, die sich der Nachhaltigkeit widmet. BPA hat eine östrogen-ähnliche Wirkung und kann dadurch den Hormonhaushalt verändern.

Seit Anfang 2020 ist Bisphenol A in Kassenbons verboten. Laut Utopie ersetzten viele Anbieter den Stoff einfach durch Bisphenol S, der ebenfalls hormonähnliche Wirkungen haben kann.

In den blauen Kassenbons dagegen erscheine die Schrift durch physikalische Reaktionen. Man kann ihn auch länger in der Geldbörse aufbewahren. Und wenn man ihn nicht mehr braucht, darf er sogar ins Altpapier, davon wurde bei den alten Bons abgeraten.

Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, glaubt, dass sich die Papiersorte und Technik weiter ausbreiten werden. Sie schätzt, dass in Deutschland täglich 20 Millionen der blauen Zettel über die Ladenkassen gereicht werden. Tendenz steigend. Caroline Strang

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Erstellt:
7. April 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. April 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. April 2021, 06:00 Uhr

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