Raubkunst

„Das Zeug ist geklaut“, sagt Klaus Lederer

Der Berliner Kultursenator will die Benin-Bronzen im Humboldt Forum nur als Leihgaben zeigen.

12.06.2021

Von dpa

Berlin. Die als Raubgut geltenden Benin-Bronzen können im Humboldt Forum aus Sicht von Berlins Kultursenator Klaus Lederer nur als Leihgaben gezeigt werden. „Das Zeug ist geklaut“, sagte der Linke-Politiker am Freitag in Berlin. Die wertvollen Kulturgüter „gehören uns nicht“, auch wenn sie den Museen eigentumsrechtlich zugeschrieben seien. „Solch koloniales Raubgut kann in europäischen Kultureinrichtung nur als akzeptierte Leihgabe stehen“.

Die Objekte stammen größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897. Bronzen aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin im Westen Afrikas sind in zahlreichen deutschen Museen zu finden. Auch im Humboldt Forum sollen sie ausgestellt werden. Allein Berlins Ethnologisches Museum verfügt über gut 500 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 400 Bronzen.

Ein nächster Schritt ist am 29. Juni die Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Dort soll es einen richtungsweisenden Beschluss geben. „Ich bin fest davon überzeugt, wenn man da nicht weiter Druck macht, dann rutscht das Thema relativ schnell wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung raus“, sagte Lederer. Der Senator verwies zudem auf Bestände in Einrichtungen, die nach europäischen Maßstäben vielleicht nicht den Wert der Bronzen haben, „aber von einem hohen kulturellen Wert sind für diejenigen, denen diese Gegenstände damals entzogen worden sind“. Dies alles müsse digitalisiert und aufgearbeitet werden.

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Erstellt:
12. Juni 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Juni 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2021, 06:00 Uhr

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