Formel 1

Dicke Luft vor dem Ungarn-Rennen

Der WM-Kampf zwischen Max Verstappen im Red Bull und Lewis Hamilton im Mercedes spitzt sich immer mehr zu. Der Crash in Silverstone reizt weiter die Stimmung. Die Folgen könnten noch eine Weile zu spüren sein.

29.07.2021

Von DPA/SID

Verladen auf dem Pannenlaster: Der abgedeckte Red-Bull-Bolide Max Verstappens nach dem Unfall in Silverstone. Foto: Charles Coates via www.imago-images.de

Glühend heiß ist es aktuell in Budapest. Genau dort steht der erbitterte Formel-1-Titelkampf vor dem Siedepunkt. Im Reizklima nach dem 1,5 Millionen Euro teuren Crash von Silverstone schleppt Red Bull die Rivalen von Mercedes sogar vor die Rennkommissare. Die Hoffnung: Eine nachträgliche und härtere Bestrafung für Lewis Hamilton. „Jeder hat seine eigene Meinung zu den Ereignissen in Silverstone und es war ein sehr polarisierender Zwischenfall“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff in der Vorschau der Silberpfeile.

An diesem Donnerstagnachmittag per Videokonferenz erfolgt – wie kurz berichtet – die Anhörung. Kollege Christian Horner, der wenig Gelegenheiten ausließ, die Mercedes-Mannschaft nach dem Sieg von Hamilton bei dessen Heimrennen in die Rolle des schlechten Gewinners zu rücken, wird auch dabei sein. Sollte er mit seiner Crew keine neuen Beweise gegen Hamilton vorlegen können, wäre die Angelegenheit zumindest vor den Rennkommissaren erledigt.

24-stündige Simulation

Auf der Strecke wird sie in dem knallharten WM-Duell des noch titellosen 23 Jahre alten Max Verstappen und dem 36 Jahre alten siebenmaligen Weltmeister Hamilton ohne Zweifel noch die gesamte Saison mitfahren.

Daran wird auch die Sommerpause nach dem Grand Prix auf dem Hungaroring am Sonntag (15 Uhr/Sky), etwa 20 Kilometer außerhalb der Hauptstadt, nichts ändern. „Das Team kann sich um die offiziellen Sachen kümmern und alles, was nach dem Unfall noch zu erledigen ist“, betonte Verstappen: „Mein Job ist derselbe wie sonst auch: Das Beste geben und versuchen, am Sonntag zu gewinnen.“

Um seine Fitness nach dem heftigen Einschlag mit 51g zu prüfen, absolvierte Verstappen nach eigenen Angaben sogar ein 24-Stunden-Simulationsrennen. „Es war ein guter Test, um zu sehen, wie mein Körper darauf reagiert, lange in einer Position und hinter einem Bildschirm zu sitzen“, betonte der Niederländer, der in dieser Saison die Chance auf den schon länger so ersehnten ersten Titel hat. Sein Rennwagen funktioniert nahezu auf allen Strecken, auf der Beinahe-Kartbahn nordöstlich von Budapest dürfte er erst recht schnell unterwegs sein. „Der Kurs dürfte unseren Konkurrenten wahrscheinlich besser liegen als uns“, räumte Wolff bereits ein. Gleichwohl: Rekordsieger auf dem Kurs, der seit 1986 im Rennkalender der Formel 1 einen Stammplatz hat, ist Hamilton.

Drei Erfolge in Serie

Achtmal gewann der Brite in Ungarn, zuletzt dreimal in Serie. Gelingt es ihm erneut bei einem zweiten Platz von Verstappen wie im Vorjahr, bräuchte Hamilton auch noch den Zähler für die schnellste Rennrunde, um mit Verstappen nach Punkten gleichzuziehen. Vor dem elften Saisonrennen führte der Niederländer mit acht Zählern, er gewann mit fünf die Hälfte der Grand Prix in diesem Jahr, Hamilton siegte viermal. Einmal triumphierte Verstappens Teamkollege Sergio Perez (Baku).

Der Unfall von Silverstone, als Hamilton mit seinem Wagen das Auto von Verstappen so berührte, dass dieser die Kontrolle verlor und mit Wucht in die Reifenstapel krachte, hat das ohnehin aufgeladene Duell der beiden und auch ihrer Rennställe noch mal erheblich verschärft. dpa/sid

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Erstellt:
29. Juli 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Juli 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2021, 06:00 Uhr

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