Tübingen

Geht alle etwas an

Wegen des Fachkräftemangels in den Betreuungseinrichtungen schlägt die Tübinger Stadtverwaltung vor, die Öffnungszeiten zu kürzen.

25.01.2023

Von Dorothea Hegele, Tübingen

Die Ideen, dem Kita-Fachkräftemangel beizukommen, sind rückschrittlich und einer geburtenstarken, progressiven Stadt unwürdig. Die neuen Vergabekriterien machen den Ganztagesplatz zum Einhorn, dessen Sichtung der Stoff für Legenden wird.

Familien, besonders Müttern, stehen düstere, längst angestaubte Zeiten bevor, da es meist sie sein werden, die die Unzulänglichkeiten der Stadt abfangen müssen. Mütter arbeiten häufiger in Teilzeit, um den Großteil der Carearbeit zu schultern. Die Schlussfolgerung daraus ist aus finanzieller Sicht oft die einzige Lösung, um sich Tübingen weiter leisten zu können: Mütter bleiben zuhause. Dass diese Mütter aber dem Arbeitsmarkt, der Wirtschaftskraft, dem Sozialstaat fehlen, so weit scheint kaum einer zu denken. Von dort einen Schritt weiter gedacht, ist es unbegreiflich, wie die Thematik weithin als Randgruppenproblematik betrachtet und allenfalls stiefmütterlich behandelt wird.

Verlässliche Kinderbetreuung geht alle etwas an, ob mit oder ohne Kind; die Maßnahmen treffen alle. Als angehende Ärztin habe ich keine Chance, Familie und Arbeit zu kombinieren, und werde als systemrelevante Arbeitskraft dem angeschlagenen Sektor Gesundheitssystem fehlen.

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Erstellt:
25.01.2023, 01:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 31sec
zuletzt aktualisiert: 25.01.2023, 01:00 Uhr

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