Reutlingen/Kirchentellinsfurt

Illegale Rennen und mehr: Zwei Nächte Ärger mit der Poserszene

Auto-Rennen und Corona-Verstöße: Die Polizei ging in der Nacht zum Samstag in Reutlingen erneut gegen die Auto-Poserszene vor.

17.04.2021

Von hz

Symbolbild: ©toa555 - stock.adobe.com

Menschenansammlungen auf Parkplätzen verschiedener Firmen und Einkaufsmärkte sowie öffentlichen Parkflächen standen im Fokus der Kontrollen.

Schon in den vergangenen Wochen hatte sich dort ein gemischtes Publikum meist junger Leute an Hotspots der Poserszene getroffen. Ordnungsstörungen, Verstöße gegen die Corona-Verordnung und Verkehrsverstöße hatten schon am vergangenen Wochenende das Einschreiten der Polizei erfordert. Auch waren etliche Anwohner von den Zusammenkünften und dem damit einhergehenden Fahrzeugverkehr, der laut Polizei teils auch „mit typischem Poser-Verhalten“ einherging, in ihrer Nachtruhe gestört worden.

Am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag reisten laut Polizei erneut Personen aus dem Kreis Reutlingen und anderen Landkreisen mit ihren Autos an, die vom Parkplatz eines Supermarkts in Kirchentellinsfurt aus in Kolonnen Reutlinger Parkplätze in der Föhrstraße, an den Bösmannsäckern, bei der Stadthalle, im Industriegebiet Laisen, aber auch im Wasenwald anfuhren – samt Hupkonzerten und Poser-Gehabe. In der Spitze waren laut Polizeibericht mehr als 100 überwiegend mit zwei Personen besetzte Fahrzeuge unterwegs.

Die Einsatzkräfte stellten etwa 40 Verstöße gegen die Corona-Verordnung fest. Die Beamten erteilten in 15 Fällen Platzverweise und ahndeten verschiedene Verkehrsverstöße. Wegen des Verdachts der Teilnahme an einem unerlaubten Rennen ermittelt die Polizei gegen zwei junge Männer. Diese waren mit ihren im Kreis Sigmaringen und im Schwarzwald-Baar-Kreis zugelassenen Autos bei der Reutlinger Stadthalle an einer roten Ampel mit aufheulendem Motor und durchdrehenden Reifen gestartet und hatten auf der Strecke Richtung Karlstraße zwei rote Ampeln missachteten.

Kontrollen auch in der nächsten Nacht

Obwohl die Polizei am Samstag angekündigt hatte, die Kontrollen noch zu intensivieren, gab es auch in der Nacht zum Sonntag weitere Verstöße gegen die Corona- und die Straßenverkehrsordnung. Für die Kontrollen in der zweiten Nacht hatte sich das Polizeirevier Reutlingen Unterstützung benachbarter Reviere, von der Verkehrspolizei und der Polizeihundeführerstaffel gesichert. Zudem waren mehrere auf die Kontrolle getunter Fahrzeuge spezialisierte Beamtinnen und Beamte im Einsatz.

Erneut sammelten sich mehrere hundert Personen in ihren Fahrzeugen auf Parkplätzen von Einkaufsmärkten und sonstigen Parkflächen, um - meist ohne ihr Fahrzeug zu verlassen - nach kurzer Zeit weiterzufahren und einen neuen Treff anzusteuern. Teilweise verlagerte sich das Geschehen in die Stadtteile Betzingen, Rommelsbach und Oferdingen sowie nach Kirchentellinsfurt, Tübingen und Metzingen. Mehrfach unterband die Polizei Autokorsos schon zu Beginn oder löste sie nach Kontrolle der Teilnehmer auf. So kontrollierten die Beamten etwa 100 Fahrzeuge und deren Insassen auf der B28, die nach Mitternacht in einem Konvoi von Tübingen nach Reutlingen fuhren. „Unzähligen Personen wurden Platzverweise erteilt“, berichtet die Polizei.

Die Polizei registrierte etwa zehn Verstöße gegen die Coronaverordnung. An 16 Autos entdeckten die Polizisten Veränderungen oder Mängel, die zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führten. Die Fahrzeughalter werden ebenso angezeigt, wie ein Fahrer, dessen Auto keine Zulassung hatte, sowie ein weiterer, dessen Fahrzeug so verkehrsunsicher war, dass es sofort aus dem Verkehr gezogen wurde. Die Polizei ahndete etliche weitere Verkehrsverstöße: So muss ein Fahrer wegen deutlich überhöhter Geschwindigkeit mit einem Fahrverbot rechnen, ebenso drei Fahrer, die das Rotlicht an der Ampel missachtet hatten.

Zwei Fahrer waren ohne Führerschein unterwegs und werden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Eine Strafanzeige erwartet auch einen Autofahrer, der aus dem Auto heraus Polizeibeamte beleidigte. Ein Teilnehmer, der einen anderen attackierte, wird wegen Körperverletzung angezeigt. Gegen einen Teilnehmer wird wegen Verdachts des Fahrens unter Drogeneinfluss ermittelt, nachdem ein Drogenvortest positiv verlaufen war. Der Beschuldigte musste eine Blutprobe abgeben.

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Erstellt:
17. April 2021, 12:56 Uhr
Aktualisiert:
17. April 2021, 12:56 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. April 2021, 12:56 Uhr

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