Springer

Kauf von Politico ist perfekt

Der Konzern verkündet in für ihn unruhigen Zeiten die größte Übernahme seiner Geschichte.

21.10.2021

Von dpa

Springer-Chef Mathias Döpfner.

Berlin. Der Medienkonzern Axel Springer hat den Kauf der US-Mediengruppe Politico abgeschlossen. Er ist nun zu 100 Prozent Eigentümer der Gruppe. Der Kauf ist nach Angaben des Berliner Medienhauses die größte Unternehmensübernahme der Firmengeschichte. Springer sieht in den Vereinigten Staaten einen Wachstumsmarkt und will insgesamt in seinen digitalen Geschäften stärker wachsen.

Springer kaufte das Unternehmen von Politico-Gründer Robert Allbritton. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Flaggschiff der US-Mediengruppe ist die gleichnamige digitale journalistische Marke Politico, die vor allem über Politikthemen berichtet.

Springer-Chef Mathias Döpfner sagte: „Wir haben immer fest daran geglaubt, dass es erfolgreiche Geschäftsmodelle für digitalen Journalismus geben kann.“ Politico sei ein Paradebeispiel. „Das starke Wachstum und die hohe Profitabilität bei gleichzeitig diversifizierter Umsatzbasis belegen den Erfolg des Unternehmens.“

Das Unternehmen Politico gibt es seit 2007, derzeit sind rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Nordamerika dafür tätig, davon mehr als die Hälfte im Redaktionellen. Mit der jetzt er­­folgten Transaktion hat Springer nun auch alle Anteile an dem Unternehmen Politico Europe in Brüssel im Portfolio. Politico Europe beschäftigt rund 200 Mitarbeiter.

Der Abschluss des Deals wurde bekannt, kurz nachdem Springer in den USA wegen seiner Boulevardmarke „Bild“ in den Fokus geraten war. Die „New York Times“ hatte am Sonntag einen Artikel veröffentlicht, in dem es um den Konzern, die Unternehmenskultur und „Bild“-Chef­­redakteur Julian Reichelt ging, der dann am Montag „mit sofortiger Wirkung“ seinen Posten verlor. Der Konzern begründete diese Entscheidung unter anderem mit neuen Informationen durch Presserecherchen. Vor einem im Frühjahr abgeschlossen Compliance-Verfahren gegen Reichelt hatte es Vorwürfe des Machtmissbrauchs im Zusammenhang mit einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz gegen Reichelt gegeben. dpa

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Erstellt:
21. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Oktober 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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