Deutschland

Mehr Drogentote im Pandemiejahr

Crystal Meth und Kokain boomen. Ecstasy-Konsum geht zurück.

28.07.2021

Von DOMINIK GUGGEMOS

Berlin. Welchen Einfluss hatte das Pandemiejahr 2020 auf den Drogenkonsum in Deutschland? Die Antwort fällt zweigeteilt aus. Kokain und Crystal Meth boomen. Der Konsum von Heroin und Ecstasy ist hingegen laut dem Rauschgiftlagebild 2020 rückläufig.

Besonders drastisch ist der Anstieg bei Crystal Meth, eine der gefährlichsten Drogen, weil sie sehr schnell süchtig machen kann. 21,1 Prozent mehr Konsumdelikte verzeichnete das Bundeskriminalamt (BKA) 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Das ist bitter, weil sich die Regierung im Kampf gegen Crystal auf einem guten Weg sah: „Vergangenes Jahr dachten wir noch“, sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), „dass wir das Problem auf hohem Niveau im Griff haben.“

Auch der Konsum der Aufputschdroge Kokain stieg im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent. Damit wird der jahrelange Anstiegs-Trend bestätigt.

Insgesamt zählte das BKA 2020 1581 Drogentote, ein Plus von 13,1 Prozent.

Der Trend beim Rauschgiftkonsum ist aber nicht nur negativ. Der Heroin-Konsum ging um 5,5 Prozent zurück. Bei der Partydroge Ecstasy ermittelte das BKA 11,7 Prozent weniger Konsumdelikte als 2019. Ecstasy werde vor allem in Clubs und Diskotheken gehandelt und konsumiert, sagt BKA-Präsident Holger Münch: „Den Rückgang kann man durchaus auf die Pandemie zurückführen.“

Dominik Guggemos

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Erstellt:
28. Juli 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Juli 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2021, 06:00 Uhr

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