Studie

Minijobs schaden dem Arbeitsmarkt

In kleinen Betrieben wird versicherte Arbeit verdrängt. Eine Brücke dorthin bilden die Stellen ebenfalls nicht.

21.10.2021

Von epd

Nürnberg. Minijobs verdrängen in kleinen Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern bis zu eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Stellen. Anders als erhofft bilden Minijobs nur selten eine Brücke in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, wie aus einer Analyse des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

Ein zusätzlicher Minijob in einem Kleinbetrieb ersetze im Mittel etwa eine halbe sozialversicherungspflichtige Stelle. „Minijobs sind demnach – zumindest in kleinen Betrieben – keine Ergänzung zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung“, erklärte Instituts-Forscher Matthias Collischon. Die Minijobber verließen nur selten den Niedriglohnbereich und arbeiteten in vielen Fällen unterhalb ihres Qualifikationsniveaus, sagte Collischon.

Insbesondere im Jahr 2003 stieg nach Angaben des Instituts die Zahl der Beschäftigten in Minijobs im Zuge der Hartz-Reformen von etwa 4 Millionen auf über 6 Millionen in Haupt- oder Nebenbeschäftigung stark an. Im Jahr 2019 übten insgesamt mehr als 7 Millionen Erwerbstätige Minijobs aus. In der Corona-Krise sank die Zahl auf rund sechs Millionen. Insgesamt nutzten den Angaben nach rund 20 Prozent aller Betriebe im Jahr 2014 Minijobs. epd

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Erstellt:
21. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Oktober 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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