Kudammbühnen

Mit der Extravaganz der 20er-Jahre

„Mord im Orientexpress“: Katharina Thalbach bringt Agatha Christies' Detektiv Hercule Poirot ins Theater.

28.07.2021

Von DPA

Katharina Thalbach als Privatdetektiv Hercule Poirot. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Berlin. Mit ihren Kriminalromanen hat Agatha Christie (1890-1976) Literaturgeschichte geschrieben. Bis heute stehen ihre Bücher in vielen Regalen. Und immer wieder wurden sie fürs Fernsehen oder Kino verfilmt. Der „Mord im Orientexpress“ ist nun im Theater neu zu entdecken. Die Berliner Kudammbühnen haben sich den Roman vorgenommen.

Schauspielerin Katharina Thalbach (67) führt Regie und spielt die Hauptrolle des ulkigen Ermittlers, die Kostüme stammen von Designer Guido Mario Kretschmer (56). Die beiden kennen sich schon länger, wie Thalbach kürzlich in der NDR Talkshow erzählte. Sie hätten sich auf einem Kreuzfahrtschiff kennengelernt.

Danach haben sie öfter miteinander gearbeitet – auch jetzt hat Kretschmer geholfen. Am Berliner Theater zeigt er Extravaganz im Stil der 1920er Jahre, mit Glitzer und Pelz. Thalbach erscheint mit Schnurrbart und Anzug auf der Bühne. Sie spielt den durchaus eitlen Hercule Poirot, der gerne Crème des Cassis mit Strohhalm bestellt. Ihrer Meinung nach „der beste Detektiv der Welt“. Während der Fahrt von Istanbul nach Westen muss er einen Mordfall lösen.

Es schneit, der Zug steckt fest. Und mit dem Bühnenbild wird all das wirklich hinreißend umgesetzt. Es rollt ein (nachgebauter) Waggon über die Bühne, es dampft beim Losfahren und rieselt von der Decke. Es tauchen nostalgische Wörter wie „Pfeifenreiniger“ auf.

Im Stück spielen auch Thalbachs Tochter Anna und ihre Enkelin Nellie mit. Neben anderen sind auch die Geschwister Pfister dabei. Manches ist etwas dick aufgetragen – weniger wäre Okay gewesen. Und nunja, aus der Zeit gefallen wirkt die Art, Nationalität und Herkunft darzustellen. Darüber kann man streiten. Davon abgesehen zeigen die Kudammbühnen eine liebevolle Mischung aus Theater, Musical und Tanz.

Viele Vorstellungen zu „Mord im Orientexpress“ sind ausverkauft, im Frühjahr sind weitere geplant. Die Premiere war wegen der Pandemie verschoben worden. Julia Kilian

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Erstellt:
28. Juli 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Juli 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2021, 06:00 Uhr

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