KfW

Nachfrage nach Hilfen sinkt

Die Förderbank zahlt weniger Corona-Kredite aus. Interesse haben nun vor allem sehr kleine Unternehmen.

18.05.2021

Von Rolf Obertreis

Frankfurt/Main. Corona-Hilfen haben auch im ersten Quartal das Geschäft der staatlichen Förderbank KfW bestimmt, allerdings nicht mehr so stark wie im vergangenen Jahr. In den ersten drei Monaten wurden Corona-Kredite im Umfang von 3,4 Milliarden Euro nachgefragt und in Höhe von 3,5 Milliarden Euro zugesagt. Das waren rund 35 Prozent weniger als noch im vierten Quartal 2020. „Das ist ein gutes Zeichen. Die Liquiditätslage der Unternehmen konnte stabilisiert werden“, sagte KfW-Vorstandschef Günther Bräunig. Dabei konzentrierte sich die Nachfrage vor allem auf Kleinstunternehmen. 80 Prozent der KfW Schnellkredite gingen an Firmen mit weniger als 10 Beschäftigten, bei Unternehmerkrediten und Gründerkrediten im Blick auf Corona lag der Anteil an Kleinstunternehmen sogar bei 98 Prozent. Insgesamt hat die KfW seit Ende März 2020 bis Ende April diesen Jahres Corona-Kredite im Volumen von 56 Milliarden Euro zugesagt.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres waren bei der KfW Anträge auf Corona-Kredite in Höhe von 5,5 Milliarden Euro eingegangen, 5,4 Milliarden hatte die Bank zugesagt. Inwiefern Darlehen im vierten Quartal 2020 und jetzt im ersten Quartal auch tatsächlich abgerufen wurden, konnte ein KfW-Sprecherin am Montag nicht sagen. Ebenso ist unklar, ob Unternehmen Mittel wieder zurückgegeben haben. Banken und Sparkassen, über die die KfW-Corona-Kredite abgewickelt werden, berichten immer wieder davon. Die Bewältigung der Corona-Krise bleibt laut Bräunig auch 2021 eine zentrale Aufgabe. Dabei sei die KfW weiter ein wichtiger Eckpfeiler.

Förderung für Ladepunkte

Insgesamt hat die KfW in den ersten drei Monaten Förderkredite im Gesamtvolumen von 24,5 Milliarden Euro verbucht. Das war ein neuer Rekord. 19,7 Milliarden Euro entfielen auf das Inland. Das waren 45 Prozent mehr als im ersten Vierteljahr 2020. Allein für effiziente Wohnraumfinanzierung vergab die KfW zinsverbilligte Kredite in Höhe von 7,8 Milliarden Euro, ein Plus von 55 Prozent. Eine wichtige Rolle spielte auch die Förderung von privaten Ladesäulen an Wohngebäuden für Elektroautos. Seit Programmstart Anfang November vergangenen Jahres seien Investitionszuschüsse für mehr als 450 000 Ladepunkte bereitgestellt worden.

Nach einem Verlust von fast 600 Millionen Euro im ersten Quartal 2020 konnte die KfW in den ersten drei Monaten 2021 wieder einen Gewinn von 569 Millionen Euro verbuchen. Grund waren positive Bewertungsänderungen, eine geringere Risikovorsorge und gute Entwicklungen bei Beteiligungen.

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Erstellt:
18. Mai 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Mai 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2021, 06:00 Uhr

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