Corona

Schlag gegen Fälscher von Impfzertifikaten

Münchner Polizei stellt Betrüger – Doch das Geschäft floriert bundesweit.

25.10.2021

Von dpa

Immer wieder tauchen gefälschte Impfnachweise auf.

München/Nürnberg. Die Ermittler sprechen von einem Verfahren von „überdurchschnittlicher Bedeutung“: In München machen Polizisten eine Betrügerbande dingfest, die hunderte gefälschte QR-Codes für den digitalen Corona-Impfausweis hergestellt und im Internet verkauft haben soll. Sie finden bei der Aktion Geld und Kryptowährungen von fast 100 000 Euro, es gibt zwei Verhaftungen. „Wir gehen davon aus, dass immer mehr gefälschte Impfausweise im Umlauf sind“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Demnach hat die Bayerische Polizei 440 Fälle registriert, die im Zusammenhang mit der Fälschung von Impfpässen, Impfzertifikaten oder Impfstoffetiketten stehen. Anfang September waren es gerade erst 110 Fälle gewesen.

Seit Mitte August sollen die Betrüger im Münchner Fall Fake-Codes auf einem deutschsprachigen Cybercrime-Forum im Internet angeboten haben. 350 Euro musste man zuletzt dafür bezahlen. Alleine im Oktober sollen die Fälscher mehr als 500 dieser unzulässigen Impfzertifikate ausgestellt haben.

Gefälschte Impfausweise sind ein bundesweites Problem. Seitdem es Ungeimpfte etwa bei Besuchen in Restaurants oder Theatern schwerer haben, haben die Corona-Zertifikate an Wert gewonnen, da sie die ansonsten für viele Menschen kostenpflichtigen Tests meist überflüssig machen. Die Ministerpräsidentenkonferenz forderte den Bund am Freitag per Beschluss auf, kurzfristig zu prüfen, wie die Fälschung von Impf-, Genesenen- und Testbescheinigungen angemessen bestraft werden kann. Gefälschte Impfausweise können bisher Straftatbestände wie Urkundenfälschung erfüllen. Wer sie in Verkehr bringt oder nutzt, macht sich strafbar, in der Folge sind sogar Freiheitsstrafen möglich. dpa

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Erstellt:
25. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Oktober 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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