Weihnachtsbeleuchtung

Städte wollen Energiesparen und Besinnliches verbinden

Energiesparen ist im kommenden Winter auch für Städte und Kommunen ein wichtiges Ziel. Die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten wird daher zum Spagat zwischen besinnlicher Stimmung und effizientem Stromsparen.

22.09.2022

Von dpa

Eine rote Kugel hängt neben einem Stern und einer Engelsfigur in einem geschmückten Tannenbaum. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild

Eine rote Kugel hängt neben einem Stern und einer Engelsfigur in einem geschmückten Tannenbaum. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild

Lichterketten und leuchtend bunt geschmückte Weihnachtsbäume gehören vielerorts fest zur Vorweihnachtszeit. Doch durch die drohende Energiekrise gilt für Kommunen und Städte in Baden-Württemberg Stromsparen als wichtiges Ziel - auch bei der Weihnachtsbeleuchtung. Früher war also nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Lichterglanz.

Das Stuttgarter Rathaus verzichte ganz auf seine Weihnachtsbeleuchtung und den Adventskalender in den Fenstern des Hauses, teilte eine Pressesprecherin der Stadt mit. Auch die Weihnachtsbäume in der Stadt sollen seltener leuchten: Die Lichterketten am großen Baum am Schlossplatz zum Beispiel waren in früheren Jahren rund 450 Stunden im Betrieb. Dieses Jahr sollen sie nur 240 Stunden eingeschaltet sein.

Nicht alle heißen diese Maßnahmen gut: „Durch die fehlende Weihnachtsbeleuchtung kann es ziemlich dunkel werden. Gerade in der Innenstadt, wo es öfter Schwierigkeiten mit der Sicherheit gibt, ist das ein Problem“, kritisierte Sven Hahn von der Stuttgarter City Initiative. Wer sich in einer Stadt nicht wohlfühle, komme auch nicht zum Einkaufen. Dies könnte Folgen für die städtischen Betriebe haben, gab Hahn zu bedenken.

Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, sah diese Ansätze, Energie zu sparen, ebenfalls skeptisch: „Die Fokussierung der Diskussion auf die Weihnachtsbeleuchtung ist reine Symbolik und verdeckt Tatenlosigkeit bei den großen Verbrauchern“, teilte er mit. Aber auch die Universitätsstadt sucht Wege, um in der Vorweihnachtszeit Energie einzusparen: Die „große“ Weihnachtsbeleuchtung mit Lichtern an den Giebeln und leuchtenden Kugeln in den Bäumen werde es in diesem Jahr nicht geben, teilte eine Pressesprecherin der Stadt mit.

Die Stadt Heidelberg will diesen Winter mindestens 15 Prozent Energie einsparen. Der Lichterschmuck beim Weihnachtsmarkt solle „auf ein Mindestmaß“ reduziert werden, sagte ein Sprecher der Stadt. So werden vermutlich die Lichter an den Buden weniger leuchten, auf Fassadenbeleuchtung wird ganz verzichtet. Nicht nur an Beleuchtung sondern auch an Tannen will die Stadt sparen: Die Zahl der Weihnachtsbäume und das Tannengrün sollen reduziert werden.

Vielerorts ist die Planung des Weihnachtsschmucks noch nicht abgeschlossen: In Karlsruhe will man „mit gutem Beispiel vorangehen“ und gleichzeitig nicht auf vorweihnachtliche Atmosphäre verzichten. Wie genau das gehen soll, werde in den nächsten Wochen ausgearbeitet, teilte ein Pressesprecher der Stadt mit.

Zum Artikel

Erstellt:
22.09.2022, 06:08 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 07sec
zuletzt aktualisiert: 22.09.2022, 06:08 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Karte
Hier hat die Redaktion einen Inhalt von OpenStreepMap eingebunden. Dabei können personenbezogene Daten an den Drittanbieter übermittelt werden.
Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App