Raumfahrt

Training rund um die Erde

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer bereitet sich auf den Start zur ISS im Oktober vor – immer auf der Hut vor Corona.

22.06.2021

Von DPA

Vorfreude: der Astronaut Matthias Maurer in einem Trainingsmodul in Köln. Foto: Felix Hörhager/dpa

Das Training des 51-jährigen deutschen Astronauten Matthias Maurer vor dem geplanten Start im Herbst läuft störungsfrei. Und „trotz Corona-Pandemie auf Hochtouren“, sagte der Astronaut der europäischen Raumfahrtagentur Esa. In Houston läuft das Training für sechs Monate Leben, Forschen und Betrieb im All, in Hawthorne bei Los Angeles werden Start und Landung mit der „Crew Dragon“-Kapsel geübt. „Und in Florida das Überleben auf hoher See bei eventueller Notwasserung.“

Auch bei Moskau – Training am russischen Teil der ISS und Bewegen im Weltraumanzug – und, falls es die Corona-Lage erlaubt, in Japan wird trainiert. Er bereitet sich auch in Deutschland vor. So werden etwa am Esa-Astronautenzentrum EAC in Köln die europäischen Experimente und Systeme des europäischen ISS-Moduls Columbus geprüft.

Maurer hat einen Doktortitel in Materialwissenschaft. Als erster Deutscher wird er mit dem privaten „Crew Dragon“-Raumschiff des Unternehmens SpaceX fliegen. Vorrangig geplant sind etwa 35 Experimente aus Deutschland und zahlreiche internationale Experimente.

Zum Start Metallica und AC/DC

Doch etwas Musik will der Astronaut auch machen. Ein Instrument werde er zwar nicht mitnehmen, sagte er. Aber eins wolle er im Erdorbit sozusagen halb-wissenschaftlich erkunden, sagt er und grinst. „Ich will herausfinden, ob es nur an der Schwerkraft liegt, dass ich kein talentierter Gitarrenspieler geworden bin.“

Musik von und auf der ISS ist nichts Ungewöhnliches. Ab und zu wird der Außenposten der Menschheit in 400 Kilometern Höhe zur Jukebox im All. Dann greifen Astronauten wie einst der Kanadier Chris Hadfield in ihrer begrenzten Freizeit zur Gitarre oder einem anderen Instrument.

Einige gehören zum Inventar. So rasen an Bord auch eine Flöte und ein Dudelsack mit rund 28 000 Stundenkilometern um den Globus. Musizieren gehört, obwohl es in der Schwerelosigkeit seine Tücken hat, zur Raumfahrt, fast seit Menschen ins Weltall fliegen.

Welche Musik laufen wird, bis die Triebwerke zünden, verriet der Esa-Astronaut auch. „Während der Wartezeit vor dem Start und an den Tagen davor werde ich vermutlich viel entspannende elektronische Chillout- und Gute-Laune Musik hören“, sagte Maurer und nannte Coldplay, Moby und Morcheeba. „Wenn ich vom Raketenstart träume, der ja recht heftig ist, höre ich am liebsten eingängige und kräftigere Rockmusik mit starken E-Gitarrenklängen wie Metallica oder AC/DC.“

Als „kosmischer Disc-Jockey“ will Maurer auch schnelle Beats zur Erde schicken. „Ich nehme eine App auf meinem iPad mit, mit der ich elektronische Musik produzieren kann.“ Er trete damit in die Fußstapfen von Luca Parmitano. Der italienische Esa-Astronaut hatte 2019 als „Space DJ“ Tanzmusik zu einem Partyschiff geschickt. dpa

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Erstellt:
22. Juni 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Juni 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2021, 06:00 Uhr

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