Comic

Trickreich in großen Schritten

An elf Stationen in der Stuttgarter Innenstadt ist Mia Oberländers „Anna“ animiert zu erleben.

07.05.2021

Von JÜRGEN KANOLD

Comic in der Stadt: Mia-Oberländer-Figuren in Stuttgart. Foto: Jürgen Kanold

Stuttgart. Kein Public Viewing beim Internationalen Trickfestival, keine Kinoatmosphäre, alles nur online. Und wieder keine öffentliche Verleihung des Comicbuchpreises der Berthold Leibinger Stiftung wegen Corona? Und doch, es geht was gemeinsam in Stuttgart, im mehrfachen Sinne. Ein Spaziergang durch die Innenstadt mit bewegten Bildern, vom Literaturhaus zum Schlossplatz: An elf Stationen erzählt Mia Oberländer die Geschichte von „Anna“.

Im vergangenen Jahr gewann die Zeichnerin und Autorin aus Ulm (1995 geboren), die noch Illustration studiert an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, mit „Anna“ den mit 20 000 Euro dotierten Comicbuchpreis der Leibinger Stiftung. Kleine Dörfer und große Frauen: Es geht auf komisch-tragische Weise um Anna, die zu groß ist für eine Frau – aber bei ihrer Mutter war es auch schon so gewesen. Eine Groteske mit Tiefgang: „ein Buch, das denjenigen Mut machen will, die aufgrund von Äußerlichkeiten ausgegrenzt werden, indem es mit all den Klischees spielt, die es sogleich entlarvt“.

Bewegte Kunst

In Schaufenster der Kulturgemeinschaft, der EM-Kinos am Königsbau oder des Hospitalhofs sind jetzt die Annas und viele Figuren groß präsent. Und der Clou: Wer über einen QR-Code eine App aufs Smartphone herunterlädt und mit der Kamera einzelne Motive fixiert, sieht Animationen, die Mia Oberländer extra für diese Ausstellung gezeichnet hat. Da schwimmt und taucht dann eine Anna tatsächlich durchs Bild, oder es öffnen sich Türen und füllen sich Räume mit Figuren. Das sind nicht gleich 12 oder 24 Bilder pro Sekunde wie im Trickfilm, aber es ist witzig bewegte Kunst.

Und weil das Literaturhaus Stuttgart derzeit geschlossen ist, hat die Leibinger Stiftung auch noch eine virtuelle Ausstellung zum Comicbuchpreis 2020/2021 eingerichtet: erstellt vom niederländischen VR-Experten Raoul Postel und seinem Team von CreativeHubs (www.leibinger-stiftung.de/de/comicbuchpreis/). jük

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Erstellt:
7. Mai 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Mai 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2021, 06:00 Uhr

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