Ein Statement gegen die Krise: Wie sich das Make-up verändert

Was früher Morgenritual und abendlicher Spaß war, ist nicht mehr so wichtig: Das Schminken, um ins Büro oder in den Club zu gehen. Wir bleiben mehr zu Hause. Das hat die Make-up-Trends verändert.

27.11.2021

Von Kathrin Rettig/dpa

Für den Winter erwarten Mode-Experten viel Glanz, insbesondere die Verwendung von Gold.  Foto: dpa

Für den Winter erwarten Mode-Experten viel Glanz, insbesondere die Verwendung von Gold. Foto: dpa

Berlin/Frankfurt. Das Verhältnis zu Make-up hat sich durch die Pandemie stark gewandelt. Früher schminkte man sich für den Alltag – und legte etwas nach, wenn man ausging. Durch Corona sind neue Situationen entstanden, die ein besonderes Make-up erfordern. Etwa für Videocalls. Und während des Maskentragens. „Im Fokus steht nun das Auge“, sagt Boris Entrup, Make-up-Experte für den VKE-Kosmetikverband. Man betont die Augenbrauen, setzt Mascara, Lidschatten, Kajal oder Eyeliner stark ein – „eben die Stellen, die man mit Maske zeigen kann“. Hier wird dann schon mal auffallend betont: Etwa mit Eyeliner.

Der auffallend farbige, besonders dick, grafisch oder mit extra Schwung gezeichnete Lidstrich ist zwar schon lange bei Modefans und von Models auf Laufstegen genutzt worden. Aber im Alltag kommt er erst in der Pandemie an – als Akzent neben der Maske. Dezent genug für den Alltag, aber doch auffallender als der gewohnte Lidstrich nur am Wimpernkranz ist der „Wing“: Es ist eine deutliche Verlängerung des Lidstrichs nach außen.

Während der Markt für dekorative Kosmetik eingebrochen ist, boomt das Geschäft mit Pflegeprodukten – von Haarkuren bis zur Nagelpflege. Hier legen Verbraucher mehr Wert auf Qualität. Es gibt ein Bedürfnis nach Transparenz bezüglich der Inhaltsstoffe. Die Nachfrage nach „clean beauty“, also „sauberer“ Kosmetik, steigt. Hersteller setzen organische, bio und vegane Inhaltsstoffe ein.

Make-up für Heim und Homeoffice

Wenn Make-up gekauft wird, dann häufig jenes, das zum Alltag im Homeoffice passt. Da man zu Hause allerdings verstärkt in digitale Kommunikation vor Laptopkameras eingebunden ist, gibt es auch einen Gegentrend. Denn man hat dadurch ständig sein eigenes Bild vor sich. So mancher pimpt den Anblick daher auf – mit kaschierenden Produkten samt „Blurring-“ und „Pore-Refining-Effekt“. Diese versprechen einen frischen und ebenmäßigeren Teint.

Und wo das Ausgehen wieder oder noch möglich ist, wird jetzt geklotzt statt gekleckert. „Wobei der Trend zu aufwendigerem Make-up schon vor der Pandemie zu erkennen war“, beobachtet Boris Entrup. Er meint damit etwa Anleihen aus den 1980er-Jahren. „Rouge ist stark im Kommen, Lidschatten wieder mehrfarbig“, zählt Entrup auf. Die Augenbrauen werden kräftig und buschig gelassen. Trotz der Maske werden derzeit die Lippen gerne in intensiven, knalligen Farben geschminkt. Produkte, die das Küssen und Essen überstehen, bleiben auch unter der Maske erhalten. dpa

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Erstellt:
27.11.2021, 06:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 11sec
zuletzt aktualisiert: 27.11.2021, 06:00 Uhr

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