Grabenstetten

Zwei Menschen in der Falkensteiner Höhle eingeschlossen

Heftiger Starkregen am Wochenende hat zwei Höhlengängern den Rückweg versperrt. Die zwei Personen sind in der Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten eingeschlossen. Eine Taucherstaffel erreichte die Männer am späten Abend. Sie können am Sonntag nicht mehr geborgen werden, werden über Nacht aber in der Höhle versorgt.

28.07.2019

Von Michael Koch & Chris Wille / SWP

Symbolbild: Thomas Pppel - Fotolia.com

Wie die SÜDWEST PRESSE berichtet, wurden in der Falkensteiner Höhle in Grabenstetten zwei Höhlengänger von den Wassermassen überrascht. Ihnen ist der Rückweg abgeschnitten. Die Vermisstenanzeige war am Sonntag gegen 19 Uhr eingegangen. Sofort machte sich ein Großaufgebot aus Angehörigen der Bergwacht, der Höhlenrettung Baden-Württemberg, Feuerwehren, Polizei und Notärzten auf zum Höhleneingang im Fischbachtal.

Zunächst konnte kein Kontakt zu den beiden Vermissten hergestellt werden. Es war nur klar, dass es sich um einen Höhlenguide und seinen Kunden handeln soll. Welche Ausrüstung die beiden bei sich haben und wie lange sie damit in der Höhle zurecht kommen könnten, stand am frühen Abend nicht fest.

Die erste Taucherstaffel kam gegen 21.15 Uhr unverrichteter Dinge wieder aus der Höhle zurück. Das Wasser steige noch immer, die Fließgeschwindigkeit nehme noch zu, berichteten die Taucher. Daraufhin bereitete eine zweite Staffel ihren Tauchgang vor, ausgestattet mit zusätzlicher Berge- und Sicherungsausrüstung.

Tatsächlich meldete der zweite Tauchertrupp den Durchbruch: Die beiden etwa 30-jährigen Männer wurden in der „Reutlinger Halle“ rund 500 Meter im Inneren der Falkensteiner Höhle entdeckt. Sie seien weitestgehend unversehrt, heißt es.

Da in dem strömenden Wasser aber auch größere Gesteinsbrocken bewegt werden, ist den Rettern der Rücktransport zunächst zu gefährlich. „Retter und Vermisste bleiben vor Ort und werden dort vor allem mit Wärme versorgt“, sagt Hartmut Holder, der den Einsatz für die Feuerwehr koordiniert.

Erst wenn sich der Wasserpegel beruhigt hat, werden die Höhlengänger nach draußen geholt. Für Montagmorgen ist Besserung in Aussicht. Am frühen Morgen (7 Uhr) soll der Einsatz weitergeführt werden.

Die Falkensteiner Höhle

Die Falkensteiner Höhle ist eine aktive Wasserhöhle. Sie wird auf ihrer gesamten Länge das ganze Jahr hindurch durchflossen. Das macht die Höhle für Besucher so faszinierend – und zugleich so gefährlich. Nach starken Regenfällen oder in der Zeit der Schneeschmelze kann das Wasser in der Höhle innerhalb kürzester Zeit so stark ansteigen, dass der Höhlenbach aus dem Eingang fließt und manchmal auch den zur Höhle führenden Weg teilweise zerstört. Während ein Begehen der Höhle bei gutem Wetter auf den ersten 20 Metern gefahrlos in Gummistiefeln möglich ist, verschließt sich bei Hochwasser der niedrige Eingangsbereich der Falkensteiner Höhle und steht dann auf über 20 Metern Länge vollständig unter 6 bis 8 Grad kaltem Wasser. Die Gemeinde Grabenstetten, auf deren Gemarkung die Höhle liegt, hat im Jahr 2018 deshalb eine Verordnung erlassen, die den Zutritt zur Höhle reguliert. Er ist seither nur mit Genehmigung möglich.

(SWP)

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Erstellt:
28. Juli 2019, 22:03 Uhr
Aktualisiert:
28. Juli 2019, 22:03 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2019, 22:03 Uhr

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